phil.Cologne – internationales Festival der Philosophie

Die Welt, in der wir leben, war noch nie so komplex wie heute. Es wird immer komplizierter, im Dschungel der Wahlmöglichkeiten den eigenen Weg zu finden. Die phil.COLOGNE versammelt vom 26.-30.06.2013 in Köln Philosophen und weitere Denker, um nach Antworten auf unsere Fragen nach Sinn und Werten zu forschen. Die Macher des Philosophie-Festivals wollen „die Philosophie in die Mitte der Gesellschaft“ rücken. Das „Line-up“ reicht dementsprechend vom Popstar unter den Philosophen Richard David Precht über die ehemalige Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Margot Käßmann, den Fernsehbekannten Philosophen Rüdiger Safranski aus dem philosophischen Quartett (ZDF), FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, bis hin zu weniger philosophischen, dafür umso bekannteren Gesichtern wie Bestseller-Autor Frank Schätzing oder dem Tatort-Rechtsmediziner Joe Bausch alias Dr. Joseph Roth. Mit Bausch hat der karriereführer übrigens ein tolles Interview über seine Arbeit als Gefängnisarzt geführt. Auf der phil.COLOGNE geht er mit Safranski der Frage nach, woher das Böse kommt. Dazwischen sind viele, ich gebe es ehrlich zu, mir nicht bekannte Denker und Publizisten, deren Vita jedoch nahelegen, dass das Festival erstklassig besetzt wurde. Und worum geht´s an den fünf Tagen Gehirnjogging? Um Fragen der Bioethik, der Ökonomie, des guten Lebens oder der Zukunft des Menschen, Streitgespräche zwischen Philosophen und Politikern, Medizinern, Theologen, Künstlern und Wissenschaftlern sowie Diskussionen, Lesungen, Vorträge und Workshops für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche. Kurz: Für jeden soll was dabei sein. Das macht Sinn, wenn die Philosophie in die Mitte der Gesellschaft rücken und dort alltäglich werden soll. Deshalb haben wir auch schon vor zwei Jahren den „Philosophischen Sommer“ ausgerufen, u.a. mit einem Interview mit Julian Nida-Rümelin, beides könnt Ihr hier noch einmal nachlesen. Ein paar Leckerbissen: Richard David Precht bestreitet mit „Wozu Philosophie?“ die Auftaktveranstaltung. Der Psychiater Johann Friedrich Spittler diskutiert mit der Philosophie-Professorin Petra Gehring die Frage „Gibt es ein Recht zu sterben?“. In der Veranstaltung „Was macht Fußball schön?“ ergründet Gunter Gebauer, Deutschlands führender Sportphilosoph, gemeinsam mit dem Trainer und Erfinder der „Freiburger Fußballschule“ Volker Finke die wahren Tiefen des Spiels. Der französische Philosoph Alexandre Lacroix lädt zum kleinen Versuch über das Küssen ein. 44 Veranstaltungen an fünf Tagen, das lässt sich sehen. Besonderes Schmankerl: Am 28. und 29.6. wird im Kölner Stadtgarten beim Philosophie-Slam der beste deutschsprachige Nachwuchsphilosoph ermittelt. 15 ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer philosophieren vor Publikum gegeneinander an. Am ersten Abend steht die Wahl des Themas frei. Am zweiten Abend müssen die acht Finalisten über ein vorgegebenes Thema sprechen. Philosophie in den Alltag zu bringen, das ist auch das Anliegen des Philosophen Christoph Quarch, den wir euch in einer der nächsten Ausgaben des karriereführer vorstellen werden. Dem Sinn des Lebens spürt er in seinem vergnüglichen Buch „Und Nietzsche lachte: Wie man sich mit Platon verliebt, mit Sokrates gelassen wird und trotz Kant den Sinn des Lebens findet“ nach. Ein Textauszug: „Es geschah an einem Wintermorgen in der Ewigkeit, dass dem höchsten Gott der Kragen platzte. Er hatte es lange genug mitangesehen. So konnte es nicht weitergehen. Seine lieben Menschenkinder waren völlig aus dem Ruder gelaufen. Sie hetzten wie besessen durcheinander, sie rechneten und handelten; sie rannten dem nach, was sie „Glück“ nannten, und wurden dabei immer unglücklicher […].“ Was Platon, Sokrates und Co. uns heute noch zu sagen haben, darauf freue ich mich schon bald von Quarch zu lesen. Wer ihn mal vor der Kamera erleben will, klickt sich auf Youtube. Tipps für Euch zum Weiterlesen: … trotzdem Ja zum Leben sagen von Viktor E. Frankl Leibniz war kein Butterkeks, ein Buch von Michael Schmidt-Salomon und Lea Salomon Der blaue Reiter, Journal für Philosophie Philosophie-Magazin Hohe Luft, Philosophie-Zeitschrift

Hochschule Schmalkalden, Zentrum für Weiterbildung

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Auf einen Blick
Die Hochschule Schmalkalden bietet seit mehr als 20 Jahren berufsbegleitende Fernstudiengänge an, die mit einem Bachelorgrad, mit einem Mastergrad oder mit einem Hochschulzertifikat abgeschlossen werden können. Die Angebote sind so konzipiert, dass sich Studium, Beruf und Privatleben gut miteinander vereinbaren lassen. Die Studentinnen und Studenten loben besonders die herausragende Betreuung.

Fernstudiengänge mit Bachelorabschluss

Fernstudiengänge mit Masterabschluss

Fernstudienangebote mit Zertifikatsabschlus

Logo Hochschule Schmalkalden

Ansprechpartner
Anke Köhler

Anschrift
Blechhammer 9
98574 Schmalkalden

Fon
03683 688-1740

E-Mail
a.koehler@hs-sm.de

Internet
www.hsm-fernstudium.de

Bosch Thermotechnik GmbH

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Branche
Die Bosch Thermotechnik GmbH steht für den Geschäftsbereich Thermotechnik der Bosch-Gruppe.

Produkte/Dienstleistungen
Smart und effizient – Bosch Thermotechnik bietet seinen Kunden weltweit Lösungen für Raumklima, Warmwasser und dezentrales
Energiemanagement.

Bosch Thermotechnik mit Sitz in Wetzlar und Wernau/Stuttgart produziert in mehr als 20 Werken in Europa, Amerika und Asien.

Anzahl der Standorte
6 Standorte Deutschland, mehr als 20 Werke weltweit

Anzahl der MitarbeiterInnen
Weltweit 13.400, davon über 6.000 in Deutschland

Bedarf an HochschulabsolventInnen
Kontinuierlich

Gesuchte Fachrichtungen
Energie- und Wärmetechnik, Versorgungs- und Umwelttechnik, Thermodynamik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Produktionstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften, Logistik, Einkauf, Informatik, Wirtschaftsinformatik, Informationstechnik, Controlling, Marketing, Vertrieb, Produktmanagement

Einsatzmöglichkeiten
In allen technischen und kaufmännischen Funktionsbereichen

Einstiegsprogramme
Junior Managers Program, Graduate Specialist Program oder Direkteinstieg

Mögliche Einstiegstermine
Laufend

Auswahlverfahren
Bewerbungsunterlagen, Telefoninterview, Assessment Center, Interview

Einstiegsgehalt
Branchenüblich

Auslandstätigkeit
Abhängig vom Bereich; fester Bestandteil unserer Nachwuchsprogramme

Angebote für StudentInnen
Praktika, Praxisstudententätigkeiten und Abschlussarbeiten sowie PreMaster Programm für Bachelor-Absolventen in nahezu allen Funktionsbereichen möglich

Logo Bosch Thermotechnik GmbH

Anschrift
Sophienstraße 30-32
35576 Wetzlar

Internet
www.bosch-thermotechnik.de
www.bosch-career.de

ENERCON GmbH

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Branche
Erneuerbare Energien

Produkte/Dienstleistungen
Windenergieanlagen sowie Zukunftstechnologien wie Energiespeicherung, E-Mobilität und Smart Grids

Anzahl der Standorte
Dezentrales Service- und Vertriebsnetz in über 45 Ländern, der Hauptsitz befindet sich in Aurich in Ostfriesland

Bedarf an HochschulabsolventInnen
Vom Studenten zum Zukunftsgestalter: Los geht’s – starten Sie Ihren Weg bei ENERCON! Gestalten Sie gemeinsam mit uns die regenerative Energiezukunft. Wir bieten spannende, abwechslungsreiche Tätigkeiten und ein Arbeitsumfeld, in dem Teamwork und kurze Kommunikationswege großgeschrieben werden.

Gesuchte Fachrichtungen
Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Bauingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften

Einsatzmöglichkeiten
Forschung und Entwicklung, Konstruktion, IT, Vertrieb, Projektmanagement, Verwaltung, Service, Logistik, Qualitätsmanagement

Einstiegsprogramme
Direkteinstieg

Mögliche Einstiegstermine
Laufend

Auswahlverfahren
Der Ablauf unseres Bewerbungsprozesses gestaltet sich deshalb wie folgt:

– Bewerbung über Online-Bewerbungssystem
– Telefoninterview
– Persönliches Vorstellungsgespräch

Einstiegsgehalt
Abhängig von der jeweiligen Position

Auslandstätigkeit
Bei einigen Positionen möglich

Angebote für StudentInnen
Praktika, Abschlussarbeiten, Werkstudententätigkeit sowie Einstiegsstellen für Young Professionals

Logo ENERCON GmbH

Ansprechpartner
Personalbeschaffung

Anschrift
Dreekamp 5
26605 Aurich

Fon
04941 927-244

E-Mail
jobs@enercon.de

Internet
www.enercon.de
www.enercon.de/karriere

karriereführer green-tech 2013.2014

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Kreisläufe denken – Neue Techniken und Methoden im Recycling

Wiederverwerten. Die Rohstoffe sind knapp. Sie zu bergen, wird immer teurer und riskanter. Daher lohnen sich Investitionen in neue Techniken und Methoden des Recyclings – damit wertvolle Ressourcen nicht verloren gehen, sondern in den Kreislauf zurückgeführt werden. Gesucht werden dafür kluge Köpfe, die Produkte so produzieren, dass sie nach Nutzung gut zerlegt werden können. Und die ein Auge dafür besitzen, in genutzten Gütern die wertvollen Rohstoffe zu sichten und zu gewinnen. Ein Job für Schatzsucher Spannender Berufsfelder in der Recyclingbranche. „Wir haben nicht viel Zeit“ Interview mit Prof. Dr. Michael Braungart über das „Cradle-to-Cradle“-Prinzip.

Top-Manager

Interview mit Prof. Dr. Thomas Weber Im Interview: Vorstandsmitglied der Daimler AG, Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

Special Fotovoltaik

Konzentrierte Energie Der große Umbruch in Fotovoltaikfirmen. Ständig weiterentwickeln Die Forschungsgesellschaft der SolarWorld entwickelt Solarzellen der Zukunft.

Projekt

Gerne in Aufbruchsstimmung Pionierarbeit für Elektromobilität. Der B.A.U.M.-Umweltpreis Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.) verleiht jährlich den Umweltpreis.

Einsteigen

Wasserstoff als Baustein zukünftiger Energieversorgung Simon Schäfer, Verfahrenstechniker und Projektingenieur bei Linde. Jung und erfolgreich bei: RWE Innogy Sarah Ostermann studierte Energie- und Umweltmanagement und ist nun Assistant Project Manager bei RWE Innogy. E-Mail für Dich An: Studenten und Absolventen der Ingenieurwissenschaften im Bereich Umwelttechnik.

Help!

Grenzenlos Ingenieure ohne Grenzen e.V. & Biogas support for Tanzania „BiogaST“.

Aufsteigen

Aufgestiegen zum Abteilungsleiter Abteilungsleiter „Portfoliomanagement Strom“ bei LichtBlick.

Handzeichen

Dirk C. Fleck, Journalist, Romanautor und Öko-Aktivist

Service: Aktuelle Firmenporträts für Ihre Bewerbung

Bosch Thermotechnik GmbH Daimler AG EnBW Energie Baden-Württemberg AG ENERCON GmbH Fachhochschule Schmalkalden, Zentrum für Weiterbildung HFH • Hamburger Fern-Hochschule gem. GmbH Mainova AG

Partner

careers4engineers automotive Der Entrepreneurs Club IQB Career Services AG TALENTS – Die Jobmesse

Komplette Ausgabe

E-Paper karriereführer green-tech 2013.2014 Download karriereführer green-tech 2013.2014 (ca. 17 MB) karriereführer green-tech 2013.2014 in der Kiosk-App für das iPad karriereführer green-tech 2013.2014 in der Kiosk-App für Android

Sprache und Gleichstellung: Herr Professorin, ich weiß was

Die langjährige Hochschulordnung der Uni Leipzig spricht von Professoren und schließt per Fußnote Professorinnen mit ein. Der Senat der Universität hat nun beschlossen, die Verhältnisse umzukehren. In der neuen Hochschulordnung soll von Professorinnen, Wissenschaftlerinnen und Doktorandinnen die Rede sein. Eine Fußnote stellt klar, dass damit auch die Männer gemeint sind. An den Unis gab es schon viele Versuche, Gleichstellung „wörtlich“ zu nehmen. An einige erinnere ich mich noch aus meinem eigenen Studium: Den Schrägstrich habe ich als Standard erlebt, dann kam das große „I“  in Mode, zuletzt forschten gefühlte Hundertschaften von WissenschaftlerInnen nach geschlechtsneutralen Bezeichnungen wie „Studierende“. Nun also das generische Femininum, wie die Fachfrau sagt. Ein Selbsttest: Guten Tag, mein Name ist Stefan Trees, ich bin Journalistin. Hm. Fühlt sich noch etwas ungewohnt an, tut aber gar nicht weh – und ist ohnehin nicht, was die Uni Leipzig bezwecken will. Hochschulrektorin Beate Schücking stellt nämlich in der SZ klar, „dass diese Neuerung auf den Alltag an der Universität und auf den universitären Sprachgebrauch keinerlei Auswirkungen haben wird.“ Also nix Herr Professorin, und doch ein Schritt, die überwiegend weibliche akademische Belegschaft sichtbarer zu machen. Damit folgt die Uni Leipzig dem Gedanken des Gender Mainstreaming, dem die Bundeszentrale für politische Bildung ein umfangreiches Dossier gewidmet hat. In der Wirtschaft wird die Diskussion um Gleichstellung der Geschlechter im Ringen um Quoten sichtbar. Will man nun den durchaus erwünschten höheren Frauenanteil in Führungsgremien von Unternehmen über eine Quote erreichen oder nicht? Bereits die Diskussion scheint allerdings eine Veränderung zu bewirken. Das Beratungshaus PWC belegt in einer gerade veröffentlichten Analyse einen Anstieg des Frauenanteils in DAX-Aufsichtsräten von 13,4 Prozent Anfang 2011 auf 18,2 Prozent zum Stichtag Ende Mai 2012. Seitdem ist schon wieder ein Jahr vergangen, aktuellere Zahlen liegen aber noch nicht vor, zumal in 2013 laut PWC in zahlreichen DAX-Unternehmen Aufsichtsrats-Wahlen anstehen. Da kann sich also noch was bewegen. Und bis dahin belebt auch der karriereführer weiter diese Diskussion. Im aktuellen karriereführer frauen in führungspositionen beispielsweise hat mein Kollege André Boße eben jene „gläserne Decke“ beschrieben, die es für gut ausgebildete Frauen im Unternehmen viel schwieriger macht, Karriere zu machen, als für die männlichen Kollegen. Davon weiß Katja Kraus im Interview für den karriereführer consulting zu berichten. Die heute 42-jährige saß acht Jahre lang im Vorstand des Fußballbundesligisten Hamburger SV. Dann wurde ihr Vertrag nicht mehr verlängert. Ihre eigenen Erfahrungen und die Gespräche mit Managern wie Politikern wurden zu ihrem ersten Buch: Macht – Geschichten von Erfolg und Scheitern.

Aufgestiegen zum Abteilungsleiter

Erneuerbare Energien haben mich schon sehr früh in meinem Leben fasziniert. Bereits in der Schulzeit habe ich mich für diesen Themenkomplex interessiert. Zu Anfang wusste ich noch nicht, ob ich erst eine Ausbildung machen oder gleich im Bereich der erneuerbaren Energien studieren soll. Ich entschied mich für das Studium. Ein Erfahrungsbericht von Philipp Teichgräber.

Philipp Teichgräber Studium Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Energie- und Umweltmanagement eingestiegen 2003 als Diplomand/Praktikant bei LichtBlick aufgestiegen 2013 zum Abteilungsleiter „Portfoliomanagement Strom“
Bevor ich anfing zu studieren, machte ich ein Praktikum in einem Solarunternehmen. Es machte mir sehr viel Spaß, die verschiedenen Technologien, von der Fotovoltaik bis zur Solarthermie und auch Blockheizkraftwerke, kennenzulernen. Danach begann ich mein Studium der Elektrotechnik mit Fokus erneuerbare Energien in Berlin. Relativ früh nach dem ersten Semester wurde mir jedoch klar, dass die rein technische Ausrichtung für mich nicht das Optimum darstellt. Ich suchte nach einer Alternative, um meine Vorlieben für die Wirtschaft integrieren zu können. Diese fand ich in einem Studiengang in Flensburg mit der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen. Kurzerhand zog ich also aus der Metropole in die Kleinstadt an der dänischen Grenze. Hier konnte ich mit dem Fokus auf die Nachhaltigkeit von Energiesystemen endlich meine Vorlieben für Technik und Wirtschaft gleichermaßen miteinander verbinden. Zum Ende des Grundstudiums stellte sich erneut die Anforderung eines Praktikums. Ich entschied mich bereits damals für einen Ökostromversorger und schrieb im Anschluss eine Studienarbeit über die Zahlungsbereitschaft von Gewerbekunden für Ökostrom. Dies machte mir sehr viel Spaß, und mir wurde klar, dass es nicht reicht, ein Grünstromprodukt zu haben, sondern dass auch ein attraktiver Preis notwendig ist. Nach dem Praktikum ging ich für ein halbes Jahr nach Indonesien, um mein Auslandssemester zu absolvieren. Im Anschluss habe ich bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in einem Wasserkraftprojekt vor Ort mitgearbeitet. Es war eine äußerst interessante Zeit, und ich sammelte wichtige Erfahrungen, vor allem im sozialen Bereich. Die Strukturen in einem Entwicklungsland fordern sehr viel ab – man lernt, sich anzupassen und auch andere Vorgehensweisen zu akzeptieren. Immer nur auf Fachliches oder direkt Karriereförderndes zu achten, ist nicht alles im Leben und führt nicht unbedingt zum Ziel. Ende 2003 ging es dann darum, die Diplomarbeit zu schreiben. Ich entschied mich wieder für einen Ökostromversorger – diesmal für meinen jetzigen Arbeitgeber, die LichtBlick SE. Die Marktposition als größter unabhängiger und ökologischer Energieversorger sowie die konsequente Ausrichtung auf massenmarktfähige ökologische Produkte begeisterten mich. Ich bewarb mich initiativ auf ein Praktikum mit anschließender Diplomarbeit und wurde angenommen. Mir war und ist es wichtig, in einem Bereich und bei einem Unternehmen zu arbeiten, mit dessen Leitlinien ich mich identifizieren kann und hinter dessen Zielen ich stehe. Meine Diplomarbeit habe ich im Themenbereich der Ausgleichsenergiebilanzierung geschrieben und die Abweichungen zwischen Prognose und Ist-Verbrauch untersucht, um Risiken bewerten und steuern zu können. Nachdem ich die Diplomarbeit im Jahr 2004 abgeschlossen hatte, bekam ich glücklicherweise ein Angebot von Licht- Blick, in der Abteilung Energiehandel weiterzuarbeiten. Dabei konnte ich die Erkenntnisse aus der Diplomarbeit in die Praxis umsetzen. Das ist natürlich das Beste, was einem passieren kann. Es motiviert ungemein zu sehen, wie die eigenen Erkenntnisse in produktive Geschäftsprozesse umgesetzt werden. In der Folge dehnte ich meinen Tätigkeitsbereich immer weiter aus. Ich durchlief alle Stationen in der Abteilung Energiehandel und konnte mit den Strukturen mitwachsen. Angefangen von der Endkundenstromprognose bis zur Strombeschaffung übte ich fast alle Tätigkeiten aus. Hierbei lernte ich alle Basisprozesse kennen und konnte zentrale Projekte wie etwa die Einführung eines neuen Portfolio- und Energiedatenmanagementsystems von Grund auf mit konzeptionieren. Mit diesem Erfahrungsschatz habe ich im Jahr 2009 bei der Ausschreibung einer Stelle zum Teamleiter im Portfoliomanagement den Zuschlag bekommen. Nun konnte ich mich verstärkt darauf konzentrieren, konzeptionelle Themen voranzubringen. Das fundierte Grundwissen über alle grundlegenden Geschäftsprozesse in dem Bereich Energiehandel half mir dabei sehr, mich in der neuen Position zu bewähren und erfolgreich zu sein. Besonders interessant sind derzeit Projekte im Bereich der dezentralen Erzeugung. Die LichtBlick SE ist in diesem Zusammenhang eine Kooperation mit VW eingegangen, um dezentrale und ökologische Energieversorgungskonzepte in den Markt zu bringen. Mit meinen Kollegen kümmere ich mich um die optimale Vermarktung der elektrischen Energie. Die Grundlage ist ein im Haus eigenentwickeltes Optimierungskonzept. Kurzfristmärkte im Stromhandel spielen hier eine wichtige Rolle: Die elektrische Energie wird in den Anlagen sehr kurzfristig erzeugt, um das Stromnetz zu stützen, da immer mehr erneuerbare und damit fluktuierende Einspeiser am Netz sind. Perspektivisch wollen wir unser Vermarktungssystem für alle möglichen technischen Einheiten von der Windkraftanlage bis zum Batteriespeicher öffnen und neue Dienstleistungen in Form von optimierter Einspeisung anbieten. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Energiewende in Deutschland. Nach zweieinhalb Jahren als Teamleiter bekam ich Anfang dieses Jahres das Angebot, die Abteilungsleitung Portfoliomanagement Strom zu übernehmen. Es geht nun vor allem darum, sich auf die neuen Geschäftsfelder im Rahmen der dezentralen Erzeugung zu konzentrieren und diese voranzutreiben. Dadurch, dass ich mit den LichtBlick-Strukturen gewachsen bin, kann ich meine Erfahrungen auch für diese Aufgaben gut einbringen und freue mich sehr über die Vertrauensbekundung und auf die neuen Aufgaben. Ich habe immer versucht, ein Gleichgewicht zwischen Job und Fachlichem sowie dem Privatleben hinzubekommen und meine beruflichen Vorstellungen auch wirklich zu verfolgen. Es ist schon toll, in einem dynamischen Unternehmen mit motivierten Mitarbeitern zu arbeiten und das in einem spannenden Markt mit einem klaren Ziel: der Energiewende.

Grenzenlos

„Ingenieure ohne Grenzen“ leistet seit 2003 internationale Entwicklungszusammenarbeit durch ingenieurwissenschaftliche Projekte in den Bereichen Wasser-, Sanitär- und Energieversorgung sowie Brückenbau. Die Entwicklung einer Kleinst-Biogasanlage auf Pflanzenbasis, die tansanischen Bauern die benötigte Energie zum Kochen liefern soll, brachte den Ingenieuren den deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt 2011. Aufgezeichnet von Stefan Trees.

Philipp Becker, Foto: Catherina Clausnitzer
Philipp Becker, Foto: Catherina Clausnitzer
Philipp Becker, Ingenieur Projekt: Ingenieure ohne Grenzen e.V./ Biogas support for Tanzania „BiogaST“ Ort: Deutschlandweit/Afrika Web: www.ingenieure-ohne-grenzen.org www.biogast.org
Wie alles begann Ich habe Umweltverfahrenstechnik an der HTW Berlin studiert. Vor fünf Jahren bin ich auf der Suche nach einem Thema für meine Diplomarbeit im Internet auf „Ingenieure ohne Grenzen“ gestoßen. Kurz zuvor hatte unsere Partnerorganisation MAVUNO Project, eine Nichtregierungsorganisation in Tansania, eine Anfrage im Bereich Biogas gestellt – das passte sehr gut in meinen Bereich, und so habe ich dort meine Diplomarbeit angemeldet. Ich bin dann sehr bald zum ersten Mal nach Tansania gereist. Bei „Ingenieure ohne Grenzen“ wird vor jedem Projekt eine Erkundungsreise gemacht, um mit den Partnern vor Ort Kontakte zu knüpfen und erste Eindrücke über die Strukturen und Möglichkeiten zu gewinnen. Mit technischer Unterstützung des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim, das im Bereich Biogas forscht, habe ich in Tansania ein Biogas-Labor eingerichtet, das auch heute noch genutzt wird. Vor Ort habe ich Tests mit verschiedenen Substraten gemacht, Anlagen besichtigt, die schon in den 90er-Jahren gebaut worden waren, und mit den Bauern über die Probleme gesprochen, die es mit den Anlagen gegeben hatte. Sie haben uns bestätigt, dass die Anlagentechnik nicht an die Lebenswirklichkeit der Bauern angepasst ist, die von Ackerbau leben und nur sehr wenig Viehhaltung betreiben. Mit zwei Kühen gilt man dort als wohlhabend. Die Standard- Biogasanlagen benötigen aber Kuhdung von wenigstens sechs Kühen. Viele Anlagen werden deshalb nicht so genutzt, wie sie genutzt werden sollten, um die tägliche Kochenergie bereitzustellen. Stattdessen wurde weiterhin mit Holz gekocht. In den letzten Jahren wurde von den Industrienationen viel in Biogas-Forschung investiert. Wir wissen nun, dass Biogas-Anlagen auch rein auf Basis nachwachsender Rohstoffe funktionieren. Diese Erkenntnisse versuchen wir nun in diesem Kleinstmaßstab umzusetzen, sodass Bauern, die Ackerbau betreiben, diese Anlagen voll nutzen können, weil sie über genügend Substrat verfügen.
Unser Projekt gibt den Menschen vor Ort die Chance, etwas zu lernen, sich weiterzuentwickeln, Arbeit zu finden und sich in bescheidenem Maße selbst zu verwirklichen.
Warum ich das mache Ich wollte eine Diplomarbeit im Bereich regenerative Energien schreiben, die Sinn macht und zur Umsetzung kommt, statt in der Uni-Bibliothek zu verschwinden wie der x-te Waschmaschinenschalter, der nicht produziert wird. Außerdem schätze ich es sehr, dass ich immer die Möglichkeit hatte, mich weiterzubilden, und es allein in meiner Verantwortung lag, die Richtung einzuschlagen, in die ich möchte. In Afrika gibt es diese Möglichkeiten oft nicht. Unser Projekt gibt den Menschen vor Ort die Chance, etwas zu lernen, sich weiterzuentwickeln, Arbeit zu finden und sich in bescheidenem Maße selbst zu verwirklichen. Außerdem bringen wir Energie dorthin, wo sie benötigt wird, wenn Menschen weiterkommen und sich entwickeln wollen. Unsere Form der Energiegewinnung durch eine Biogas-Anlage hat weitreichende Auswirkungen: Die Menschen benötigen nur noch wenig Brennholz. Die Vermeidung von Abholzung wiederum beugt der Erosion des Bodens vor. Außerdem müssen die Kinder nicht mehr stundenlange Wege zurücklegen, um Brennholz zu beschaffen, sondern können regelmäßiger die Schule besuchen. All dies ist in meinen Augen sinnvoll und motiviert mich. Was es bislang gebracht hat „Ingenieure ohne Grenzen“ ist mit seinen zehn Jahren ein noch junger Verein, der sich seit seinen Anfängen an engagierte Studierende richtet. In zahlreichen Uni-Städten haben sich mittlerweile Regionalgruppen gegründet. Auch das Team ist relativ jung. Projektumsetzung und Forschung werden häufig von Studierenden durchgeführt. Diplomierte Ingenieure stehen vielfach als Berater im Hintergrund und übernehmen die Organisation. Nicht jeder kann es in seinem Berufsleben einrichten, für drei Monate nach Afrika zu gehen. Doch nur mit Ingenieuren ist ein Projekt nicht umzusetzen. Wir brauchen Sozialwissenschaftler, Techniker, Kommunikationsexperten und Mitarbeiter, die sich mit Erhebungen oder interkulturellen Aspekten befassen. In diesen Bereichen wächst der Verein sehr stark. Auch wir hatten in unserem Projekt unsere Schwierigkeiten mit der interkulturellen Kommunikation und mussten viel lernen. Es war beispielsweise nicht leicht, unsere Partnerorganisation von der Notwendigkeit der Forschung zu überzeugen. Unsere Biogas-Anlagen waren ja zu Projektbeginn noch nicht serienreif. Sie zeigten sich zwar einverstanden, doch in Afrika gibt es neunzehn Jas und ein Nein – und „Ja“ bedeutet nicht immer gleich „Ja, wir haben es verstanden“. Es war für uns wichtig, die Anlage zusammen mit den Menschen vor Ort zu entwickeln. Die Bauern von MAVUNO Project haben jedoch nicht immer gleich den Nutzen für sich gesehen, denn wir haben zunächst zwei Pilotanlagen gebaut, die nicht bei den Familien standen. Es war ein langer Prozess, unsere Partner miteinzubeziehen. Fünfmal bin ich seit Projektbeginn nach Tansania gereist, mein längster Aufenthalt dauerte sechs Monate. Ich bin von Anfang an dabei – das Projekt ist mir ans Herz gewachsen. Ich möchte es auf eine Weise zu Ende führen, dass ich es an unsere Partnerorganisation übergeben kann, ohne dass das Projekt beeinträchtigt wird. Als Berater würde ich dann weiter zur Verfügung stehen. Doch zuvor braucht es noch eine Menge Technologietransfer sowie einheimische Biogas-Experten, Arbeiter und den Zuspruch der Community in den Dörfern, bis das Projekt auf eigenen Beinen steht und sich selbst trägt. Ich schätze, in zwei Jahren könnte es so weit sein.

E-Mail für Dich

Von: Tobias Schneider Gesendet: Freitag, den 31. Mai 2013 An: Studenten und Absolventen der Ingenieurwissenschaften im Bereich Umwelttechnik Betreff: Karriere

Liebe Leserinnen und Leser, es ist ein sonniger Dienstagmorgen um 6 Uhr. Die Kolonne aus drei roten Audi R8 e-tron und mehreren Begleitfahrzeugen biegt auf die Landstraße ein und macht sich auf dem Weg an die Nürburgring-Nordschleife. Heute werden wir zwei Weltrekorde aufstellen. Der Audi-Werks-Rennfahrer, mit dem ich bereits einige Tage vorher für die letzten Abstimmarbeiten die „grüne Hölle“ befahren hatte, sitzt schon am Steuer. Als wir an der Rennstrecke ankommen, begrüßen wir den Notar, der Rennfahrer setzt seinen Helm auf, und ich nehme meine Messtechnik in Betrieb. Schließlich wollen wir neben der Rundenzeit sämtliche Daten der zwei Rekordfahrten sammeln. Zweieinhalb Jahre harte Arbeit des Teams werden an diesem Tag zu zwei Weltrekorden: die schnellste Runde eines Serien-Elektroautos und vor allem die zwei schnellsten Runden am Stück auf dem Nürburgring. Nachdem die Zeiten feststehen, ist sich das Team einig: Das wird uns so bald keiner nachmachen! Während meines Bachelor-Studiums der Fahrzeugtechnik an der Hochschule Esslingen konnte ich noch nicht erahnen, mal so einen Traumjob zu ergattern und direkt an der Rennstrecke zu stehen. Es gibt einige Traumjobs in unserem Unternehmen, und mit Engagement und Eigeninitiative sind sie für jeden erreichbar. Schließlich waren an diesem Dienstagmorgen etwa 30 Audi-Entwickler am Nürburgring. Bereits neben meinem Abitur an einem technischen Gymnasium war ich in meiner Freizeit in einem Schulprojekt für alternative Energien tätig. Die Möglichkeiten und technischen Lösungen der aktuellen alternativen Antriebskonzepte sind beeindruckend, aber bei diesen jungen Technologien finden sich noch mehr Verbesserungspotenziale als bei konventionellen Antrieben. Man kann durch eigene Ideen viel verändern und die Zukunft mitgestalten. Nach dem Grundstudium der Fahrzeugtechnik entschied ich mich für die Vertiefungsrichtung Regelsysteme, die mir mit den Fachrichtungen Informatik, Regelungstechnik und Elektrotechnik als gute Entscheidung für die Zukunft erschien. Unter meinen Arbeitskollegen befinden sich heute tatsächlich vor allem Ingenieure aus den Richtungen Maschinenbau und Elektrotechnik, aber auch Informatiker, Physiker und Mathematiker. Das Praxissemester habe ich bei einem Automobilzulieferer in Mexiko-Stadt absolviert. Neben der fachlichen Erfahrung konnte ich vor allem die Eindrücke einer völlig fremden Kultur sowie Spanischkenntnisse mit nach Hause nehmen. Am meisten habe ich aber von der Selbstständigkeit profitiert, die man sich aneignet, wenn man den eigenen Kontinent für ein halbes Jahr verlässt. Deswegen kann ich solche Auslandserfahrung wärmstens empfehlen. Nach der Rückkehr war ich neben dem Hauptstudium als Werkstudent bei einem deutschen Automobilzulieferer tätig. Durch diese Tätigkeit musste ich zwar mein Hauptstudium um ein Semester verlängern, aber das hat sich gelohnt. Denn neben dem interessanten Einblick in die Applikation von Fahrdynamikregelsystemen hatte ich die Zeit, noch zusätzliche Wahlvorlesungen zu besuchen. Die Bachelorthesis habe ich dann direkt im Anschluss bei genau diesem Automobilzulieferer geschrieben. Dabei konnte ich dessen Kernkompetenz Fahrdynamikregelung mit meinem Faible für Elektroautos verbinden. Denn sie haben auf Basis eines Audi A5 ein viermotoriges Elektrofahrzeug entwickelt und aufgebaut – ein erster Berührungspunkt mit meinem künfigen Arbeitgeber. Im ersten Schritt nach Abschluss meines Studiums kam ich über einen Ingenieurdienstleister zu Audi. Die Lebensläufe der Kollegen sind immer unterschiedlich, aber jeder zukünftige Audi-e-tron-Mitarbeiter sollte Begeisterung für Elektromobilität und ein Faible für neue Technologien mitbringen. Der Automobilkonzern ist ein sehr aktives Unternehmen im Bereich Elektromobilität und neue Antriebstechnologien. Der Vorteil für junge Akademiker liegt auch darin, dass man bei den Technologien viel Gestaltungsspielraum für eigene Ideen hat. Dadurch genießt man als Entwickler viel Freiheit und kann die zukünftigen Modelle maßgeblich mitbestimmen. Die gute Stimmung im Team unterstützt unsere Kreativität. Für den Einsatz, den man im Unternehmen bringt, erhält man viele Entwicklungsmöglichkeiten, sowohl gehaltlich als auch perspektivisch: Nach der Mitarbeit am R8-e-tron-Projekt werde ich für meinen Arbeitgeber nach Mexiko gehen und bei den sparsamen Antrieben der kommenden Q5-Generation mitarbeiten. Viele Grüße, Tobias Schneider Ingenieur, Audi e-tron, www.audi.de

Jung und erfolgreich bei: RWE Innogy

Nach dem Abitur habe ich begonnen, an der Universität Flensburg Energie- und Umweltmanagement zu studieren. Mit meinem Abschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieurin in der Tasche stand für mich fest: Ich möchte mit meinem künftigen Beruf etwas bewegen, Verantwortung übernehmen und international arbeiten. Von Sarah Ostermann

Sarah Ostermann, Foto: RWE Innogy
Sarah Ostermann, Foto: RWE Innogy
Name: Sarah Ostermann Position: Assistant Project Manager Stadt: Perth (UK) Alter: 27 Jahre Schulabschluss: Abitur Studium: Energie- und Umweltmanagement (Abschluss 2011) Interessen: Sport, Reisen, Filme Berufliches Ziel: Projektleiterin für Erneuerbare-Energien-Projekte
Im Internet bin ich dann auf das Renewables Graduate Programme (RGP), das grüne Traineeprogramm der RWE Innogy, gestoßen und habe mich direkt beworben. Nach zwei Auswahlgesprächen mit praxisnahen und persönlichen Fragen und einigen Wochen des bangen Wartens bekam ich dann den ersehnten Anruf: Ich war nun eine von sechs jungen Ingenieurinnen und Ingenieuren, die im Rahmen des RGP 18 Monate lang Einblicke in die Planung, Errichtung und den Betrieb von regenerativen Kraftwerken erhielten. Nach der Uni ab ins Grüne Meine erste Projektstation war im Bereich Wasserkraft die Abteilung für „Internationale Entwicklung und Technik“. Dort unterstützte ich für sechs Monate das Team und erarbeitete zum Beispiel den Genehmigungsablauf für Wasserkraftanlagen in Serbien, begleitete Marktstudien oder half im Bereich der Direktvermarktung von grünem Strom. Zudem konnte ich Erfahrungen bei der Steuerung und dem Betrieb der unternehmenseigenen Wasserkraftanlagen sammeln. Anfangs war ich manchmal unsicher, ob ich genügend Fachwissen mitbringe und trotz meines jungen Alters und als Frau in einem immer noch stark von Männern bestimmten Berufsfeld auch ernst genommen werde. Aber ich habe mich als Trainee nie allein gelassen gefühlt. Neben den Kollegen der jeweiligen Fachabteilung, die mich immer sehr nett aufgenommen haben, steht jedem Trainee ein erfahrener Mentor aus dem Management zur Seite. Zudem gibt es ein Graduate-Begleitprogramm, das bei der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung und auch dem Erfahrungsaustausch mit anderen Trainees unterstützt. So fiel es mir leicht, im Unternehmen Fuß zu fassen.

Traineeprogramme

Viele Unternehmen bieten Traineeoder Graduate Programme an. Sie richten sich an Hochschulabsolventen und dauern in der Regel zwischen 12 und 24 Monaten. Die Trainees durchlaufen in dieser Zeit spezielle Förderprogramme und arbeiten in den Unternehmen in den unterschiedlichsten Abteilungen. Informationen und auch Angebote zu Traineeprogrammen halten zahlreiche Internetportale bereit, zum Beispiel: www.trainee-gefluester.de
Energie kennt keine Grenzen Grundsätzlich ist das Geschäft mit Energie heute sehr international – besonders bei den erneuerbaren Energien wird dort investiert, wo die Bedingungen optimal sind. Klima, Sonneneinstrahlung, Windgeschwindigkeiten – das alles sind, je nach Erzeugungsart, Entscheidungskriterien für den Standort einer Anlage. Deshalb ist auch das Traineeprogramm international ausgerichtet und beinhaltet eine Projektstation im europäischen Ausland. Ich habe mir für meinen Auslandsaufenthalt das schottische Büro in Stanley ausgesucht, um dort das „Hydro Development & Construction“-Team zu unterstützen. Eigenverantwortlich habe ich etwa die Erneuerung einer existierenden Wasserkraftturbine vorangetrieben oder anhand von hydrologischen Daten mögliche Standorte für Wasserkraftwerke untersucht sowie deren potenzielle Wirtschaftlichkeit berechnet. Daneben unterstützte ich meine Kollegen bei einem Neubauprojekt, erhielt tiefe Einblicke ins angewandte Projektmanagement sowie in ausländische Bauverträge und konnte bei den regelmäßigen Baustellenbesuchen zum ersten Mal meine Arbeitssicherheitsschuhe richtig dreckig machen. Steife Brise statt rauschender Fluten Nach fünf Monaten in Schottland hieß es dann Koffer packen, auch wenn es schwerfiel. Denn in Hamburg wartete im Offshore-Wind- Interface-Engineering meine nächste Projektstation auf mich. Während die Wasserkraft schon seit über 100 Jahren ganz selbstverständlich zu unserem Energiemix gehört, gibt es im Bereich Offshore-Wind noch ein großes Entwicklungspotenzial. Umso spannender war es, bei der Planung eines Hochsee-Windparks in der deutschen Nordsee mitzumachen. Der Gegensatz zu meiner vorherigen Projektstation war im wahrsten Sinne des Wortes „groß“: Eine einzige Turbine in einem Offshore-Windpark kann die gleiche Leistung erzeugen wie eines von RWEs durchschnittlichen Wasserkraftwerken in Schottland. Statt einer Handvoll Leute besteht ein Projektteam dementsprechend auch aus zehnmal so vielen Mitarbeitern. Zu lernen, wie man die unzähligen Schnittstellen in einem solchen Mammut- Projekt managt, war eine sehr interessante Erfahrung.

Fest im Sattel Im Anschluss an das Traineeprogramm habe ich das Angebot bekommen, fest bei RWE Innogy einzusteigen. Ich habe nicht lang gezögert, denn die gute Atmosphäre in diesem noch jungen Unternehmen habe ich schnell schätzen gelernt. Hier wird länderübergreifend in internationalen Teams gearbeitet, die hierarchischen Strukturen sind flach, und der Spaß kommt bei der Arbeit meist auch nicht zu kurz. Seit April bin ich deshalb wieder zurück in Schottland und arbeite fest als Assistant Project Manager im Bereich Hydropower Construction bei der britischen Innogy- Tochter, RWE npower renewables. Es ist einfach toll, mein Wissen und meine Fähigkeiten einzusetzen, um an einer nachhaltigen Energieversorgung mitzuwirken.

Wasserstoff als Baustein zukünftiger Energieversorgung

Simon Schäfer hat Verfahrenstechnik studiert und arbeitet als Projektingenieur bei Linde in Pullach bei München. Hier wirkt er an technischen Konzepten für Wasserstofftankstellen mit, begleitet Forschungsprojekte zur weiteren Optimierung der Betankungstechnologie und koordiniert die an der Projektrealisierung beteiligten Fachabteilungen. Von Simon Schäfer

Kopf: Simon Schäfer, 31 Jahre, Verfahrenstechniker und heute beim Technologiekonzern Linde im Team Hydrogen Solutions als Projektingenieur.
Neue Technologien müssen heutzutage nicht nur unter technischen Aspekten bewertet werden, sondern wir müssen auch deren ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen berücksichtigen. Dies gilt ganz besonders bei der Sicherung unserer zukünftigen Energieversorgung. Der emissionsfreie Energieträger Wasserstoff wird als ein zentraler Baustein zukünftiger Energiekonzepte diskutiert und gilt als mögliches Speichermedium für regenerative Energiequellen. Das Team Hydrogen Solutions aus dem Linde-Innovationsmanagement beschäftigt sich seit vielen Jahren sowohl mit den technischen Herausforderungen von Wasserstoffbetankungstechnologien als auch mit dem Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur – von der Produktion über die Lieferung bis hin zur Wartung der Anlagen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Verwendung von Wasserstoff als alternativer Kraftstoff für Fahrzeuge. Aber auch in den anderen Bereichen geht Linde immer wieder neue Wege: So entwickelten meine Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel ein Verfahren, mit dem „grüner“ Wasserstoff aus Rohglycerin hergestellt werden kann. Als Projektingenieur im Team Hydrogen Solutions wirke ich an technischen Konzepten für Wasserstofftankstellen mit, begleite Forschungsprojekte zur weiteren Optimierung der Betankungstechnologie und koordiniere die an der Projektrealisierung beteiligten Fachabteilungen. Besonders erfreulich für mich: Im Rahmen einer Industriepromotion habe ich die Möglichkeit, ein aktuelles Forschungsthema in Zusammenarbeit mit unseren Entwicklungsingenieuren selbstständig zu bearbeiten und wissenschaftlich aufzubereiten. Ein weiterer spannender Aspekt ist die ausgeprägte Internationalität der Arbeit. Telefonkonferenzen mit Kollegen aus aller Welt sind keine Seltenheit. Geschäftssprache ist dabei selbstverständlich Englisch. Auch die Wasserstofftankstellen werden nicht nur in Deutschland, sondern weltweit realisiert. Das bringt immer wieder die Einarbeitung in die nationalen Normen und Sicherheitsvorschriften mit sich und fordert auch eine gewisse Sensibilität für die unterschiedlichen landesüblichen Besonderheiten. Zusätzlich zu den genannten, vorwiegend technischen Aufgabenstellungen befasse ich mich mit der Bearbeitung von strategischen Fragen rund um den Wasserstoff. Hier gilt es, mithilfe von ökonomischen Modellen Annahmen über das zukünftige Marktpotenzial von Wasserstoff als Kraftstoff zu treffen. Diese Aussagen wiederum bilden die Basis für mittel- bis langfristige strategische Entscheidungen. Neben der Fähigkeit zu exaktem Arbeiten mit Zahlen ist hier vor allem unternehmerisches Denken gefragt. Das nötige Handwerkszeug für meine tägliche Arbeit erlernte ich während meines Studiums der Verfahrenstechnik. In dieser Zeit eignete ich mir nicht nur Kenntnisse der klassischen Ingenieurwissenschaften an. Wichtige Arbeitserfahrungen sammelte ich in mehreren Werkstudentenjobs und Praktika sowie während meiner Diplomarbeit in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines anderen Unternehmens. Durch ein Studiensemester im Ausland habe ich nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessert, sondern auch meinen kulturellen Horizont erweitert. Dem Einstieg bei Linde ging eine mehrjährige und sehr erfahrungsreiche Tätigkeit bei einem mittelständischen Anlagenbauer der Energiebranche voraus. Ich schätze an meiner Arbeit besonders das innovative und internationale Umfeld sowie die Möglichkeit, bei der Markteinführung von Zukunftstechnologien mitzuarbeiten und dabei mein fachliches und methodisches Wissen entfalten zu können.

Grüner Wasserstoff

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger der Zukunft. Selbst wenn er durch Dampfreformierung aus Erdgas gewonnen wird, wie heute meistens, reduziert sein Einsatz in BrennstoffzellenFahrzeugen die Kohlen dioxidemission um 30 Prozent im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen. Langfristiges Ziel – auch des Technologiekonzerns Linde – ist es aber, Wasserstoff aus erneuerbaren Rohstoffen zu gewinnen. Das Unternehmen betreibt beispielsweise in Leuna in SachsenAnhalt eine Pilotanlage, mit der Wasserstoff aus Rohglyzerin gewonnen wird, das bei der Herstellung von Biodiesel als Nebenprodukt anfällt. Dabei wird das entsalzte Rohglyzerin unter hohem Druck bei Tempe raturen von mehreren Hundert Grad aufgespalten. Das so ent stehende wasserstoffreiche Gas wird dann gereinigt und verflüssigt. www.linde.com/hydrogen

Der B.A.U.M.-Umweltpreis

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Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management – B.A.U.M. e.V. – ist Europas größte Umweltinitiative der Wirtschaft. Einmal jährlich vergibt sie für besonderes Engagement im Bereich des nachhaltigen Wirtschaftens ihren Umweltpreis. Von Christiane Martin

Ein Zitat von Angela Merkel ziert die Homepage des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.). „Mit seinen vielfältigen Aktivitäten leistet B.A.U.M. einen wichtigen Beitrag, den Nachhaltigkeitsgedanken in der deutschen Wirtschaft zu stärken“, sagt die Bundeskanzlerin und trifft damit ins Schwarze. Denn B.A.U.M. ist heute die größte Umweltinitiative der Wirtschaft in Europa mit einem Zusammenschluss von rund 550 Mitgliedern: Neben vielen bekannten Unternehmen – von Adidas über Ikea bis zur Deutschen Bank – gehören auch Verbände und Institutionen dazu. Sie alle erkennen den B.A.U.M.-Ehrenkodex für umweltbewusste Unternehmensführung an, der unter anderem dazu verpflichtet, den Umweltschutz den vorrangigen Unternehmenszielen zuzuordnen und ihn in die Grundsätze zur Führung des Unternehmens aufzunehmen.

Lesetipp der karriereführer-Redaktion

Interview mit Claudia Kemfert Interview mit Michael Braungart zum Cradle-to-Cradle-Konzept
Gegründet wurde der Verein 1984 aus der Wirtschaft heraus unter anderem von Prof. Dr. Maximilian Gege. Angeregt durch die Lektüre des legendären Buches „Ein Planet wird geplündert“ machte er sich den Umweltschutz zur Lebensaufgabe. Heute ist er Vorsitzender von B.A.U.M. und treibt das Thema immer noch voran. „Wir stellen jetzt die grundlegenden Fragen nach der Endlichkeit von Wachstum und nach neuen Produktions- und Konsummustern, nach neuen Arbeitszeitmodellen. Nur mit einem Umdenken in diesen Bereichen ist die Erde zu retten“, erklärt Gege. Methoden wie das „Cradle-to- Cradle“, die auf ressourcenschonenden geschlossenen Kreisläufen beruhen, seien wirklich zukunftsfähig. Hochschulabsolventen der Green-Tech- Fächer komme hier eine große Verantwortung zu, denn sie müssten genau solche Technologien erfinden. „Das sind die Menschen, die entscheiden, wie die Welt von morgen aussieht.“ Gefördert wird das Engagement für Nachhaltigkeit durch den B.A.U.M.-Umweltpreis, den der Verein jährlich unter anderem an große sowie kleine und mittelständische Unternehmen, an Medien und Wissenschaftler, Institutionen und Verbände vergibt, die sich in ganz besonderer Weise um Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften verdient gemacht haben. Außerdem wird seit 2004 auch ein Internationaler B.A.U.M.-Sonderpreis an bekannte Persönlichkeiten vergeben, die sich auf besondere Weise für den internationalen Natur- und Umweltschutz beziehungsweise im sozialen Bereich engagieren. Preisträger der Vergangenheit waren in dieser Kategorie Fürst Albert II. von Monaco, der Schauspieler Leonardo di Caprio und der Extrembergsteiger Reinhold Messner. Unter dem Titel „Pioniere der Nachhaltigkeit. 20 Jahre B.A.U.M.-Umweltpreis“ ist Anfang 2013 im Oekom-Verlag ein Buch erschienen, das in 23 Porträts die Geschichte von Trägern des Umweltpreises dokumentiert. Einer von ihnen ist Franz Fehrenbach, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in Gerlingen bei Stuttgart entwickelt Kraftfahrzeugtechnik, Energie- und Gebäudetechnik, Industrietechnik sowie Gebrauchsgüter. Unter Fehrenbach habe Bosch sein Geschäft konsequenter auf Umwelt- und Klimaschutz ausgerichtet, so das bei Oekom erschienene Buch. Fast die Hälfte des Forschungs- und Entwicklungsetats investiere das Unternehmen mittlerweile in umwelt- und ressourcenschonende Technologie. Fehrenbach selbst legt dabei großen Wert auf eine Doppelstrategie: nicht nur Zukunftstechnologie entwickeln, sondern auch etablierte Technik noch effizienter machen. Ebenfalls B.A.U.M.-Umweltpreisträgerin ist die Umweltökonomin, Wirtschaftswissenschaftlerin und Politikberaterin Prof. Dr. Claudia Kemfert. Die 45-Jährige ist Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Erforschung der ökonomischen Potenziale von Biokohle, der Beschäftigungseffekte erneuerbarer Energien, der Veränderungen der Energiemärkte in Richtung Nachhaltigkeit oder der Möglichkeiten nachhaltiger Mobilität. Dabei geht sie mit gutem Beispiel voran. Im Oekom-Buch erklärt sie: „In meinem persönlichen Alltag vermeide ich alles, was meine CO2-Bilanz unnötig belasten würde: Ich esse vegetarisch, kaufe hauptsächlich regionale Bioprodukte, beziehe Ökostrom, besitze nur energiesparende Elektrogeräte und wohne in einem gedämmten Haus.“ Nur die durch ihren Beruf nötigen Langstreckenflüge würden ihr die Bilanz verhageln. Die neutralisiert sie deshalb, indem sie beispielsweise über die Organisation „Atmosfair“ Geld für Klimaschutzprojekte spendet. „Viele denken, dass es besser wäre, überhaupt nicht zu fliegen“, weiß Kemfert. „Aber wir müssen die globale Mobilität aufrechterhalten, sonst bricht die Wirtschaft zusammen – und das können wir nicht wollen.“ Dieser Argumentation folgt auch Prof. Dr. Maximilian Gege: „Einfach das Wachstum einstellen, geht aus unserer Sicht nicht. Da muss ein Masterplan her, wie man dann auch mit dem Weniger an Arbeit, an Steuern und so weiter umgeht.“ Hier sieht er die wahren Herausforderungen für die Zukunft.

Buchtipp

Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (Hrsg.): Pioniere der Nachhaltigkeit. 20 Jahre B.A.U.M.-Umweltpreis. Oekom Verlag 2013. ISBN 978-3865814203. 24,95 Euro